Als ich noch ein kleiner Junge war, besaßen meine Eltern einen Kleingarten, in dem sie alle Liebe und vor allem Zeit steckten. Wenn ich gefragt hatte, was wir am Wochenende unternehmen, konnte ich mir die Antwort eigentlich gleich selbst geben – wir gehen in den Garten.

Dazu kam, dass dann zur Gartensaison immer gerade das auf den Tisch kam, was der Garten reichlich hergab. Alles in allem Kindheitserlebnisse mit denen ich mir damals schwor, ich werde niemals einen Garten haben.

Trotzdem sieht es heute anders aus. Wir haben zum Glück ein relativ großes Grundstück und ich habe vor ca. 10 Jahren begonnen, einen Teil davon als Garten anzulegen. Gleich als erstes kam ein kleines Gewächshaus her und mit den Jahren haben sich bei uns im Garten einige Obstbäume und Sträucher sehr gut entwickelt.

Mit den ersten Sonnenstrahlen im März kann ich es dann kaum erwarten, dass die Saison losgeht. Das erste Grün treibt – der Bärlauch und auch die anderen mehrjährigen Kräuter erwecken zu neuem Leben. Was gibt es Schöneres, als für das Frühstück frische Minze oder Melisse für den Tee und Kräuter für das Rührei reinzuholen? Garantiert frisch und auch garantiert unbehandelt.

Neben den "Klassikern" in jedem Garten wie Erdbeeren, Kirschen, Äpfel und Birnen sowie Gurke, Tomate oder Bohne gehören bei uns mittlerweile auch viele Gewächse aus aller Welt dazu – wie zum Beispiel die Goji-Beere, Aronia oder aus China Kräuter aus der TCM.

Aronia Strauch im Garten von Uwe Gutte

Auf die Aronia bin ich vor ca. 6 Jahren rein zufällig gestoßen und man mußte sie in Gartenfachmärkten noch suchen. Heute sind unsere Büsche schon ziemlich groß, versprechen jedes Jahr reiche Ernte und sie sind in Deutschland "modern" geworden. In Sachsen werden ganze Aronia-Felder angelegt, in den Bio-Läden gibt es alles Mögliche aus bzw. mit Aronia und auch viele Fachbücher schwärmen von der Wirkung dieser Frucht.

Für mich ist die Gartenarbeit nach Feierabend oder an den Wochenenden eher entspannend als anstrengend. Und wenn man dann am Ende des Tages auch noch eine reiche Ernte hat, dann wird man dafür auch noch belohnt. Hinzu kommt ja auch noch das Thema, was denn letztendlich in dem Obst und Gemüse noch so drin ist. Bei uns zu Hause definitiv kein Pflanzenschutzmittel.

Ich staune jedes Mal, wenn ich im Supermarkt z.B. die Mairüben oder Mohrrüben oder auch Äpfel betrachte. Alles sieht aus wie gemalt. Wenn ich mir dann das anschaue, was ich aus der Erde ziehe oder ernte, dann sind da fast überall "Schönheitsfehler". Aber mit diesen leben wir gern, weil wir genau wissen, dass das Obst und Gemüse mit keinerlei Chemikalien behandelt ist.

Ich persönlich kann also allen nur empfehlen, egal ob jung oder alt, wem sich die Möglichkeit bietet, der sollte sie nutzen und sich einen eigenen kleinen Garten anlegen und er wird mir irgendwann bestätigen, dass die sonnengereifte Tomate mit kleinen Schönheitsfehlern trotzdem wesentlich aromatischer schmeckt, als die schönste Tomate aus dem Supermarkt.

Der Garten von Uwe Gutte
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